Mein Material Draht erlaubt es mir, hinter der Materie liegende Räume, Schwingungen, Felder oder Bewegung sichtbar zu machen. Einerseits verschwindet so das vordergründig Schwere, Feste und Abgegrenzte und eine energetische Realität zeigt sich, indem Körpergrenzen sich auflösen und pulsieren.

Studio News

„Light Bodies“ – Ausstellung in Heidelberg

Drahtplastiken/Stefanie Welk und Hanf-Licht-Objekte/Dagmar Atosha Wolf-Heger am 15.07.2017 (Eröffnung um 18:00)-02.09.17  Galerie Heger & Söhne, Märzgasse 20, 69117 Heidelberg

 

„Wasserläufer“ im Luisenpark Mannheim
 Präsentation der Drahtplastik „Wasserläufer“ und eine Auswahl an kleinformatigen Werken
im Luisenpark Mannheim
(Nähe  Pflanzenschauhaus) am 22.07. um 19.00

 

„Race“, Stahldraht, geglüht, 65 X 40 X 20 cm, 2016

 

Atelier auf Zeit in Indien

Neujahr, 10 Uhr morgens. Während in Heidelberg sich noch Viele ausschlafen, bin ich auf dem Weg nach Frankfurt. Mein Ziel: Bengaluru im Süden Indiens, das früher Bangalore hieß und mit 8,4 Mio. Einwohnern die drittgrößte Stadt Indiens ist.

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Portfolio

ZWISCHEN RAUM UND MATERIE

Seit 1992 arbeitet Stefanie Welk überwiegend mit den Werkstoffen Metall und Draht, welche sie durch Biegen, Knoten und Schweißen in eine plastische Gestalt überführt. Aus ihrer ursächlichen Beschäftigung mit der Darstellung des Menschen, erweiterte sich ihre Arbeit in der Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld von Mensch und Raum. Dabei betrachtet die künstlerische Perspektive sowohl den gesellschaftlichen als auch den metaphorischen Raum, der sich durch Bewegung und Dynamik genauso wie durch Kraftfelder und Energielinien auszeichnet.

Metall wird in den Arbeiten von Stefanie Welk somit auch zum licht- und luftdurchlässigen Medium für geistige Strömungen, von welchen ihre Figuren durchdrungen sind und die sie aufgrund ihrer kraftvollen Formensprache ebenso ausstrahlen. Durch ihren filigranen Charakter erschienen viele der Plastiken zudem wie Zeichnungen im Raum, die sowohl ihr eigenes Volumen als auch das sie umgebende Feld beschreiben und sich mit ihm verbinden.

Zeitgenössischen Themen der modernen Gesellschaft, wie Vernetzung, Aufbruch sowie der Drang, immer wieder über sich selbst hinaus zu wachsen, sind über die verschiedenen Werkgruppen hinweg durchgängig erkennbar. Seit 2004 widmet sich Stefanie Welk verstärkt dem öffentlichen Raum, für den auch im Auftrag zahlreiche Großskulpturen entstanden sind, die aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit und Dimensionalität mit den bestehenden Lichtverhältnissen bei Tag und Nacht in vielfältigste Korrespondenz treten.

 

 

 

 

50 SEKUNDEN: DER ARBEITSPROZESS

„Eine Innovation beginnt als Idee, als kraftvolle Vision. Doch erst durch ihre Umsetzung wird sie zur Innovation. Sie muss der Realität standhalten, sich in ihr materialisieren und sie so letztlich verändern. Impulse von außen formen sich in mit zu Ideen, und meine Aufgabe als Künstlerin ist es, sie auf den Boden zu bringen, sie zu realisieren. Dabei eröffnen mir innovative Technologien auch immer wieder neue Möglichkeiten.“

Statement

»Ich sehe den Menschen als offenes System, das nicht klar gegenüber seiner Umgebung abgegrenzt ist, obgleich wir es zunächst anders wahrnehmen. Zentrales Thema meiner künstlerischen Arbeit waren schon immer Menschenbilder, bzw. die Verkörperungen des Menschen in der Kunst, und im Lauf meines Schaffens sind Arbeiten entstanden, die zeigen, wie ich versuche, dieses Thema immer weiter zu durchdringen. Kunst ist für mich Meditation, die sich gleich einer Balance zwischen Wahrnehmen, Empfangen und aktivem Formen beschreibt. Es ist ein Zustand, in dem ich versuche, etwas durch mich durchzulassen und diesem Etwas einen eigenen Ausdruck zu verleihen, der mich berührt, beflügelt und fasziniert. Es öffnen sich neue Räume in meinem Bewusstsein, die ich durch meine künstlerische Arbeit weiter gebe.«
Im Atelier

Vita

2013 Eröffnung des Ateliers im Industriehafen Mannheim
2011 Künstlerische Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Permakultur für die Gestaltung alternativer Wohn- und Lebensräume. Wiederholte Auslandsreisen nach Griechenland
2005 „Gedanken-Ordnung – Gedanken-Chaos“. Workshop an der Junior-Akademie Adelsheim, Science Academy Baden-Württemberg
2002 „Der Raum im Spannungsfeld von Architektur, Design und Kunst“: Lehrauftrag an der Akademie für Gestaltung Rhein-Neckar. Im Interdisziplinären Workshop mit Studierenden entstand eine experimentelle Rauminstallation
2001 Studium „Philosophy, Cosmology and Consciousness“ am California Insitute of Integral Studies, San Francisco, USA
1999 Selbständig als freischaffende Künstlerin
1992-1999 Studium der Psychologie, Universität Heidelberg
1992 Beginn der künstlerischen Laufbahn
1972 geboren in Heidelberg

Stipendien und Auszeichnungen

2002 1. Preis im SAP Zukunftswettbewerb, Ernst-Bloch-Zentrum, Ludwigshafen und SAP AG
„Paul Harris Fellow“, Rotary Club, San Francisco
2001-2002 Rotary-Kulturstipendium, San Francisco, USA
1992 Renate-Maria-Radbruch Preis für Bildende Kunst
1991 Hauptpreis im Japan-Wettbewerb des Ministeriums für Kultus und Sport, Baden-Württemberg: Studienreise nach Japan
1989-1990 Stipendium des Deutschen Bundestages: Einjähriger USA-Aufenthalt
1987 „Jugend sieht Europa“, 34. Europäischer Wettbewerb, Medaille für einen Plakatentwurf zur europäischen Integration

Ausstellungen und Projekte

2016 „Transition_Red“, Outdoor-Plastik, Homburg/Saar, Privatbesitz
„wire 2016“, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
„Durchbruch“, Edition für die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde, Frankfurt a. M.
2015 „Mensch – Raum – Licht“. Retrospektive Einzelausstellung, Museen Burg Altena, Deutsches Drahtmuseum, Stadtgalerie Altena, Katalog
„Im Netz”. Ausstellung mit Margot Witte und Katrin Mosimann, Kunstverein Barsinghausen
„Bluevolution“, Outdoor-Plastik, Homburg/Saar
„Stahl-Innovationspreis 2015“, Award für Innovationen der Stahlindustrie, Entwurf und Realisierung
2014 18. Art Innsbruck, Gruppenpräsentation von Suisse Arte, Internationale Messe für zeitgenössische Kunst
Gruppenausstellung, Kunstforum Forst
„wire 2014“, Einzelausstellung, Internationalen Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
Einzelausstellung, Dreba AG, Basel/CH, kuratiert von Petra S. Köhler, Galerie Gegenwart, Karlsruhe
„Equilibrium“, Outdoor Plastik, Chemnitz, Privatbesitz

2013 „siebenfach“. Gruppenausstellung, Kunstverein Germersheim
„vis-a-vis“, Ausstellung mit Margot Witte, Paul Feederle GmbH, Karlsruhe
„vernetzt“, Einzelausstellung, Galerie 38, Karlsruhe
2012 22. Kunstmesse im Frauenmuseum, Bonn
„Durchbruch“, Award für die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde, Entwurf und Realisierung
„Stahl-Innovationspreis 2012“, Award für Innovationen der Stahlindustrie, Entwurf und Realisierung
„wire 2012“, Einzelausstellung, Internationalen Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
Gruppenausstellung, Banca Popolare di Sondrio, Basel/CH
„Art Querfeld“, Gruppenausstellung, Basel/CH
„unfold”, Ausstellung mit Daniela Flörsheim, Galerie Gegenwart, Karlsruhe-Durlach
„Sky Dancer“, Sieger-Entwurf für die casa altra, Kunst am Bau Projekt, Düsseldorf
2010 Ausstellung mit Gerd Marenbach, Manfred-Sauer-Stiftung, Lobbach
„Sommerausstellung“, Gruppenausstellung, Kunstförderverein Weinheim
2009 „Kunst in der Box“, Ausstellungsprojekt, Mein Lager 24 GmbH, Mannheim
„Geometrie-Stereometrie“, Ausstellungsprojekt, BoConcept, Mannheim
„Luftlinien“, Einzelausstellung, Galerie Gegenwart, Karlsruhe-Durlach
Einzelausstellung, Stuttgarter Volksbank, Kunsthaus Schill, Stuttgart
„Stahl-Innovationspreis 2009“, Award für Innovationen der Stahlindustrie
„Qua-Draht“, Einzelausstellung Galerie Kunstwerk, Heimbach
2008 „wire 2008“, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Messe Düsseldorf
Ausstellungsprojekt, Hauptbahnhof Karlsruhe
Künstlersymposium, Landesgartenschau, Bad Rampenau
Ausstellungsprojekt mit der Galerie Gegenwart, Karlsruhe, Internationalen Galopprennen Baden-Baden
 „Visionen“, Einzelausstellung und Tanzperformance, Kulturfestival im Frankfurter Hof, Mainz mit der Altstadt-Galerie Lehnert
2007  Einzelausstellung, Galerie EigenArt, Karlsruhe
Ausstellungsprojekt, „International Steel Conference“, Hotel Intercontinental, Berlin
OW-Art, Kunstmesse, Buchen
Einzelausstellung, Kunst im Klinikum Langensteinbach e.V. SRH- Klinikum, Langensteinbach
„Kunst im Blickpunkt“, Ausstellungsprojekt, Anatomiegarten, Heidelberg
2006 „Beziehungsweisen“, Gruppenausstellung, Museum Neckargemünd
„Stahl-Innovationspreis 2006“, Award für Innovationen in der Stahlbranche, Entwurf und Realisierung
Einzelausstellung, Zentrum für Körper, Kunst, Kultur, Heidelberg
Ausstellung mit Jo Claes und Alexander Stroh, Künstlerhaus Karlsruhe
2005 „Energie-Netz-Werk“, Einzelausstellung, Altstadt-Galerie Lehnert, Mainz
Einzelausstellung, Galerie Graf, Heidelberg
„wire & soul“, Performanceprojekt in Kooperation mit den Tänzern und Choreographen Josef Eder (München) und Christine Lindlbauer (Linz/AT) mit Kostümen aus Draht, Zwinger-Theater, Heidelberg
2004 „wire 2004“, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
Einzelausstellung, Kunst im Klinikum Langensteinbach e.V. SRH- Klinikum, Langensteinbach
„Peacing It Together“, Friedensprojekt mit deutschen, jüdischen und arabischen Jugendlichen aus Israel, Heidelberg
Einzelausstellung, Galerie v. Fircks-Huth, Fuchstal-Leder
2003 Einzelausstellung, Privatgalerie Dr. Thomas Ehrensperger, Basel/CH
Einzelausstellung, Galerie im Hotel Schwanen, Rapperswil/CH
Ausstellung mit Demir Demiroski, Galerie Blavius, Versmold
2002 Einzelausstellung, Wohnraum D4, Baar/CH
Einzelausstellung, Ernst-Bloch-Zentrum, Ludwigshafen, in Zusammenarbeit mit der Galerie der Fachschule für Design und Gestaltung Ludwigshafen
„Herbstausstellung“, Gruppenausstellung, Schwetzinger Schloss, Kunsthandlung Schröck-Schmidt
„Multiple“, Gruppenausstellung, Galerie Art Box, Frankfurt/Main.
2001 Gruppenausstellung, Ebert Gallery, San Francisco/USA
2000 Gruppenausstellung, Galerie Top Air, Flughafen Stuttgart
Einzelausstellung und Performance im Elektrizitätswerk Elsenztal
„wire 2000“, Auftragsarbeiten für Lamitref/Lamifil, Düsseldorf
„wire 2000“, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
1999 Einzelausstellung, Deutsche Telekom AG, Mannheim
1998 „wire 98“, Einzelausstellung, Internationalen Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
Gruppenausstellung, Lafayette Gallery, Chicago/USA
1997 Einzelausstellung, „InterWire“, Internationale Drahtfachmesse Atlanta/USA
Gruppenausstellung, Galerie im Rundbau, Neckarwestheim
„Doppel-Ich“, Ausstellung mit Alvaro Garcia Ordonez, Galerie Graf, Heidelberg
1996 „Wire 96“, Einzelausstellung, Internationale Fachmesse für Industriedraht, Düsseldorf
„Der Traum vom Fliegen“, Ausstellung mit Alvaro Garcia Ordonez Galerie Graf, Heidelberg
„Minotauros“, Gruppenausstellung, Kunstförderverein Weinheim e.V.
1995 Gruppenausstellung, Interaktives Kunstforum, Schloß Mannheim
1994 Auftragsarbeit zur Hannover Messe, ABB Isodraht GmbH, Hannover Messe
1993 Gruppenausstellung „Wesens Art“, Stadthalle Heidelberg
Gruppenausstellung, Heidelberg Arts Festival, Schloß Heidelberg
1992 Gruppenausstellung, Heidelberg Arts Festival, Schloß Heidelberg
„Jugend gestaltet“, Gruppenausstellung, Künstlerbund Rhein-Neckar, Mannheim

Kunst im öffentlichen Raum / Ankäufe

2016 „Transformerin“, Städtisches Museum Iserlohn, Ankauf
2015 „Aufbruch“, Museen Märkischer Kreis, Ankauf
„Transparency“, Entwurf, Realisierung und Installation der Stahlplastik im Aussenbereich der COWA
2013 „Steinbock“, Entwurf und Realisierung der Plastik für den Aschera-Park, Schiers/CH, Ankauf
2012 „Läufer“, Städtisches Museum Iserlohn, Ankauf
2011 „Out of Steel“, Entwurf und Realisierung der Plastik im Außenbereich der AOK-Systems, Bonn, Ankauf
„Pol-Springer“, Skulptur für das neugestaltete Foyer der Bruker Bio-Spin, Ettlingen, Ankauf
2010 „Zeitläufer“, Skulptur zum 950-jährigen Bestehen der Stadt Roth, Stiftung der Leonischen Drahtwerke
„Home Run“, Entwurf und Realisierung einer Drahtplastik für TriStar, USA, Ankauf
„Cycles of Life“, Realisierter Sieger-Entwurf zum 20-jährigen Bestehen von „Der Grüne Punkt“, Duales System Deutschland

2009 Skulpturengruppe „Lichttänzer“ zur Internationalen Dental-Schau, Köln. Installation im Außenbereich
2008 „Raum für Reflexionen“, Gestaltung eines Zimmers im Arte Hotel Luise, Berlin
„Äolus“, Präsentation der Plastik auf der Landesgartenschau, Bad Rappenau
2007 „Sprinter“, Serie von Drahtplastiken für die BW-Bank, Stuttgart, Ankauf
2006 Ankauf von vier Kunstwerken von den SRH-Kliniken, Präsentation auf dem Hauptstadtkongress, ICC, Berlin
„Plexter“, Edelstahlplastik für den Kunstweg in Abtsteinach, Odenwald, gefördert von der Sparkassenstiftung Starkenburg
2005 „Im freien Fall“, Drahtplastik für den Kunstweg auf der Tromm im Odenwald, gefördert von der Sparkassenstiftung Starkenburg
„Raum-Tanz“, Drahtplastik für den „Garden of Science“ im Weizman Institut, Rehovot, Israel
„Luna_Plexus“, Installation zur „Nacht der Sinne“, Mainz
2004 „Aufrechter Gang“, SRH-Klinikum Karlsbad-Langensteinbach, Ankauf

Impressum

Stefanie Welk
Güterhallenstraße 3
D-69159 Mannheim

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stefanie.welk@web.de

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Atelier auf Zeit in Indien

Februar 2017

Neujahr, 10 Uhr morgens. Während in Heidelberg noch viele ausschlafen, bin ich auf dem Weg nach Frankfurt. Mein Ziel: Bengaluru im Süden Indiens, das früher Bangalore hieß und mit 8,4 Mio. Einwohnern die drittgrößte Stadt Indiens ist.

 

Good bye Heidelberg – am 01.01.2017

 

Mein Rückflug ist für den 31. Januar gebucht. Viel mehr weiß ich an diesem Morgen nicht. Ich verlasse mich ganz auf Prakash Chennaiah, der von meiner Kunst erfahren und mich spontan zu sich eingeladen hat. In einer Halle seines Stahlbauunternehmens könne ich in den kommenden Wochen arbeiten, unterstützt von seinen Mitarbeitern und deren handwerklichem Know-how. Per Skype haben wir uns zweimal „getroffen“, dazu ein paar Mails, um die nötigsten Dinge abzustimmen.

Nur zehn Kilometer sind es von meiner Unterkunft in Bengaluru zu Prakashs Firmensitz. Morgens zwischen 9 und 9.30 Uhr werde ich abgeholt und sitze für die nächsten 30 bis 40 Minuten im allgegenwärtigen, ungefähr 8-spurigem Verkehr mit ungewohnt leisen Motorrädern, quieckenden TucTucs und Pkw, die sich in jede sich auftuende Lücke drängen. Während des Wartens an roten Ampeln klopfen Transsexuelle, die „hijras“, an die Autoscheiben. Für etwas Geld erteilen sie ihren Segen. Und auch hier in der IT-Metropole des Landes sehe ich hin und wieder Kühe mitten auf der Strasse, der Verkehr fließt einfach um sie herum. In aller Ruhe kreuzen sie die Fahrbahn, um auf der anderen Seite Gemüseabfälle zu fressen. Einmal sehe ich sogar eine Gruppe Kühe, die gegen die Fahrtrichtung über eine Schnellstraße galoppiert, und bin froh, dass mein Ziel auf einer anderen Strecke liegt.

 

Good morning Bengaluru. Alte Bäume säumen die Straßen.

 

Prakash erwartet mich gegen 10 Uhr in seinem Büro. Ich bin nicht die einzige Künstlerin, die in seinem Unternehmen Projekte realisiert. Doch meine Werke passen besonders gut zu seinem Ziel, in Bengaluru Unternehmen, Hochschulen und Institutionen für Outdoor-Kunstwerke zu begeistern. In vier Wochen sollen daher Werke für eine Ausstellung entstehen, die gleichzeitig als Modelle eine Vorstellung für potenzielle Großprojekte vermitteln.

 

Prakash Chennaiah in seinem Büro.

Um mich einzustimmen, beginne ich mit kleineren Figuren, für die ich Material aus Deutschland habe einfliegen lassen. Vieles funktioniert erstaunlich gut. Die Arbeiter in ihren Flip Flops verstehen sich aufs Schweißen und biegen Stahl sehr präzise. Eine moderne Abkantanlage ist in Gebrauch. Doch dann gibt es Probleme: Holzsockel, wie ich sie zu Hause verwende, sind hier nicht aufzutreiben. Versuche mit lackierten Oberflächen bleiben deutlich hinter der handwerklichen Qualität im Stahlbau und den Standards in meinem Atelier. Ich muss umdenken, mich ganz von der Vorstellung Sockel lösen und etwas Neues erfinden.

 

In Prakash’s Werkshalle. Hier wird an einem geodätischen Dom gearbeitet.

 

Ich kämpfe mit den Tränen, mein Hals brennt. Prakash und ich sitzen beim Mittagessen und genießen, was die indische Küche überwiegend mit Zutaten von seiner etwa zwei Hektar großen Farm zu bieten hat. Obwohl die Gerichte als „not spicy“ gelten, sind sie für mich eine – sehr schmackhafte – Herausforderung.

In T-Shirt, Jeans und leichtem Arbeitskittel kehre ich zurück in die Werkstatt. Im Kopf zeichnen sich erste Lösungsansätze ab. Ich erobere mir Werkzeug und ein Schutzgas-Schweißgerät von den äußerst zuvorkommenden und für jeden Handgriff bereitstehenden Arbeitern, um in Ruhe experimentieren zu können. Schließlich sind die Formen klar: Wir realisieren Sockel aus Stahlplatten und -stäben, gebogen und auf Pfeilern ruhend sowie für ebenerdig stehende Objekte. Zum Teil werden die neuen Konstruktionen eins mit den Figuren. Sie schreiten darüber, laufen oder scheinen sich im Sprung zu lösen und abzuheben.

 

Work in progress. Das Thema der „fallenden Stäbe“ in neu errechneten Positionen und Winkeln wird verschweißt.

 

Gegen 17 Uhr geht es im Feierabend-Verkehr zurück in meine Unterkunft. Ich beobachte Inderinnen in ihren langen Gewändern an Outdoor-Fitness-Geräten im abendlich geöffneten Park und bewundere die flinken Frauen mit ihren Kindern, die zuversichtlich die Straße überqueren. Zebrastreifen oder Fußgängerampeln sind hier unbekannt. In meiner Künstlerunterkunft gehen drinnen und draußen, Wohnung und Garten fließend ineinander über. Den Abend genieße ich meist draußen auf einer kleinen Grünfläche bei frühlingshaften Temperaturen.
Zwischen Ruhe und Schaffen entstehen neue Ansätze. Ich platziere eine Figur in einem 1 x 1 x 1 Meter großen Kubus, der lediglich durch Außenkanten aus Stahl angedeutet ist. Ein imaginärer Raum entsteht, in dem die Figur zu schweben scheint. Ich fühle mich an den Science Fiction „Gravity“ erinnert, der in emotional herausfordernder Weise den Orientierungsverlust, die Isolation und existenzielle Bedrohung in der Schwerelosigkeit thematisiert. Auch die menschliche Figur in meinem Werk „Astral Dance“ hat den Boden unter den Füßen und ihr Gleichgewicht verloren. Sie schwebt alleine in einem nur schematisch angedeuteten Raum zwischen unbegrenzter Freiheit und existenzieller Einsamkeit.

 

15 Arbeiten sind in viereinhalb Wochen in Indien entstanden. Drei lebensgroße Figuren mit Konstruktionen, die den umgebenden Raum andeuten. Das Thema der fallenden Stäbe habe ich weiterentwickelt und in drei Stadien erweitert, indem ich weitere Dimensionen und Dynamiken einbezogen habe. Die Dripping Multiple-Serie ist ebenfalls um zwei Formen erweitert.

 

Ich genieße noch einmal einen süßen Nachmittags-Chai bei 28 °C, während Vorarbeiter Pravin sich um das Erledigen der letzten Handgriffe kümmert. Nun heißt es Koffer packen, nach Hause reisen und abwarten, was sich aus unseren Besuchen bei Unternehmen und an zwei Colleges ergibt und was die Werke im rund 7.000 km entfernten Indien bewirken.

 

Prakash ist optimistisch und freut sich auf ein Wiedersehen, um gemeinsam Projekte zu realisieren. Was auch immer sich entwickelt: Für mich hat das Jahr mit einem künstlerischen Abenteuer begonnen. Jetzt bin ich wieder zu Hause. Auch hier kündigt sich der Frühling an. Aufbruchstimmung. Ich freue mich auf 2017.

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